Samstag, 1. Januar 2011

Januar im Nutz- und Gemüsegarten






To do:
Gartenbeete planen
Bodenprobe machen lassen
Saatgut sichten und ergänzen
Keimprobe für Saatgut
Mitte Januar Paprika säen

Ende Januar Salate säen


20.Januar
Paprika gesät (s.u.)

30.Januar
Wir haben nochmal Paprika nachgesät, da zu wenig aufgegangen sind.
Dann haben wir die neue Erdpresse ausprobiert (von Nixdorf) und gleich die ersten
Salate gesät
. Die Erdpresse funktioniert übrigens sehr gut.



Paprika:
Paprikasaatgut ca. 24 Stunden in Kamillentee einweichen. Das verkürzt die Keimzeit.
In warme Anzuchterde säen, an einem warmen Ort aufstellen. Ca. 23-25 Grad.
Gleichmäßig feucht und warm halten - solange sie nicht gekeimt sind, stelle ich sie auf den Schrank - dort ist es schön warm, aber dunkel.
Ab der Keimung dann warm und sehr hell aufstellen. Notfalls mit Pflanzenlampen nachhelfen.
Pikieren sobald sich zusätzlich zu den 2 Keimblättern noch 2 richtige Blätter gebildet haben.
Pflanzung frühestens Mitte Mai.

Heute spitzen die ersten Paprika-Sämlinge aus der Erde:
Aussaat alle am 20.1.
Keimung:
24.1. Sorte Daisy F1 - 3 Stk. von 3 Samen - die einzige Sorte, die schnell und gut keimt.(Nachtrag: Erntereif war sie ab Ende Mai)
26.1. Sorte Frühzauber - 2 Stk. von 6 Samen
27.1. Sorten Vlasta und Sommergold - jeweils 1 Stk. von jeweils 3 Samen
Anfang Februar keimten dann doch noch Naschzipfel und Glockenpaprika (ich dachte schon, das wird nichts mehr)

Zusätzliche Aussaat am 30.1.
Palermo, Bontempi, Fiesta F1, Vlasta, Sommergold, Frühzauber

Sortenbeschreibung der gesäten Paprika:
Vlasta - gelb-orange, sehr früh
Frühzauber, sehr früh, rot, spitz-kegelförmige Früchte  (Dreschflegel)

Daisy F1, Snackpaprika, gelb, länglich (W. Nixdorf), super lecker, reift früh
Sommergold, rot, blockig
Naschzipfel, Chilli, rot, klein, scharf


Palermo RZ F1, rot, länglich - unser Lieblingspaprika (Ernte Ende Oktober)
Bontempi, rot, blockig
Fiesta F1, gelb, blockig

Glockenpaprika, Peproni klein, rote Glocken - sieht toll aus und schmeckt mild-scharf - hier im Bild im Hintergrund

hinten Glockenpaprika, vorne links Daisy F1 (mehr orange als rot) und Palermo





Gartenbeete planen und 
Fruchtwechsel nach Familien:

Die Familien unterscheiden ich hier nach der Anbau-Pause. Kompliziert nenne ich Familien, die lange Pausen brauchen, unkomplizierter entsprechend weniger lang.

komplizierte Familien mit langen Anbaupausen: Kohlgewächse, Doldenblütler (Möhren z.B.) und Schmetterlingsblüter (Bohnen),

Gemüse, die zu diesen 3 Familien gehören, dürfen nur alle 3-4 Jahr wieder im selben Beet stehen.
Wenn Sie also Möhren auf das Beet säen möchten, dann darf die letzten 3-4 Jahre weder Petersilie, noch Sellerie, Fenchel oder ein anderer Vertreter der Familie der Doldenblüter darauf gewachsen sein (auch keine Blumen oder Kräuter aus dieser Familie wie Koriander, Liebstöckel).


Deshalb durchwandern diese drei Familien im Laufe von 4 Jahren jeweils den ganzen Gemüsegarten mit 4 Beeten.
3 Beete mit Gemüse - 1 Beet jeweils mit Gründüngung zur Erholung.
Die Familie wandert also von dem diesjährigen Beet 1 im nächsten Jahr auf Beet 2, dann auf Beet 3 und zuletzt auf Beet 4. Dann erst wieder auf Beet 1. Wie gesagt, eins der Beete hat dadurch auch immer Pause und darf sich erholen. Das ist zudem gut für Nützlinge und sieht hübsch aus, wenn Phacelia, Tagetes oder Ringelblumen zwischen dem Gemüse hervor leuchten.
Durch den Fruchtwechsel nach Familie kann man verhindern, daß artentypische Krankheiten und Schädlinge sich allzusehr vermehren oder Bodenmüdigkeit auftritt.


Die Lauchminiermotte z.B. überwintert in der Erde und freut sich schon darauf, im nächsten Frühjahr wieder am Lauch zu mümmeln - aber ätsch, der steht da nicht mehr, sondern weit weg im nächsten Beet. Zu leicht will ich es meinen Mitspielern ja nun nicht machen.


Gleichzeitig ist auch die Starkzehrer-Mittelzehrer-Schwachzehrer-Reihenfolge (s.u.) gewährleistet.
Alle Mitglieder der Kohlfamilie z.B. möchten mehr oder noch mehr Nährstoffe. Sie stehen alle auf demselben Beet, der eine bekommt noch eine Extraportion Brennesseljauche als Düngung, der andere dann eben nicht - oder weniger. (Brennesseljauche wird im Detail ab April besprochen)
Eine Vor- und Hauptkultur ist mit dieser Methode auch möglich.
Z.B. erst Salat (der braucht nur 2 Jahre Pause beim Fruchtwechsel) - dann Kohl


unkompliziertere Familien mit 2 Jahren Anbaupause:
Korbblütler (Salate)

sehr unkomplizierte Familien mit nur 1 Jahr Anbaupause:
Liliengewächse (Lauch), Nachtschattengewächse (Tomaten), Kürbisgewächse, Süßgräser (Mais) und Gänsefußgewächse (Rote Bete)
kann man bereits nach 1 Jahr Pause wieder auf das Beet pflanzen. Also gut geeignet als Beipflanzung zu den 3 großen, "komplizierten Pflanzenfamilien" von oben.

zusätzlich zu bedenken:
Anbauplanung nach den Nährstoffansprüchen:
Starkzehrer: z.B. Kohl-Arten, Tomaten, Kürbisse, Zucchini, Mais, Rhabarber, Kartoffeln
Mittelzehrer: z.B. Möhren, Rettich, Fenchel, Lauch, Rote Bete, Paprika, Gurken, Sellerie
Schwachzehrer: z.B. Kopfsalat, Spinat, Radies, Erbsen, Bohnen, Gewürze
Gemüse - Anbauplan - Beispiel
Zum Glück passt das immer gut mit den Familien zusammen:

Frisch gedüngt mit Kompost und Naturdünger oder Jauche - ist dann also ein Beet für Starkzehrer:
1. Kohlrabi (früher Anbau unter Schutznetz)
2. Rosenkohl
Beipflanzung Zucchini

Fruchtfolge:
im ersten Jahr also z.B. Kohlgewächse, im nächsten Jahr kommt auf dieses Beet  Möhren, im 3. Jahr Schmetterlingsblüher (Bohnen, Erbsen) und dann im 4. Jahr Gründünger. Dann wieder von vorne beginnen.

Als Beipflanzung (Vor- oder Nachkultur) kombiniere ich dann mit Salaten oder Radieschen oder Rote Bete und anderen Gemüse aus den unkomplizierten Familien mit nur 1 Jahr Anbaupause. Aber auch da achte ich darauf, daß diese Pause eingehalten wird und pflanze nicht wild durcheinander.


Square-Garden-Methode: bei dieser Methode wird jedes Beet in Quadrate eingeteilt und in jedes Quadrat kommt ein anderes Gemüse. Das sieht lustig aus, mag auch unkompliziert klingen - aber...  Die Fruchtfolge kann man nicht einhalten - Schädlinge und Krankheiten können sich also ungebremst einnisten. Düngung ist auch ein Problem - ein bizzel Dünger hier und da drüben und links davon nicht, denn Salat kriegt sonst zu viel Nitrat.... das klappt ja doch nicht richtig und verlangt enormes Wissen vom Gärtner.  Dann überwuchert die Zucchini alle jungen Nachbarn, der Kohl stellt seine Nachbarn in den Schatten... Richtig praktisch und sinnvoll ist es daher grad für Anfänger nicht. Aber nett, witzig - und mal was Neues.

Dann doch lieber mehrere kleine Hochbeete (z.B. aus Kompostern und Körben selbst bauen), wenn der Garten eher klein ist. Mehr zu Hochbeeten in den nächsten Beiträgen.
In der Mischkultur wird oft darauf hingewiesen, daß sich manche Gemüsearten nicht vertragen. Ich konnte das bei mir so nicht feststellen und halte mich nur grob daran.
Ich mulche, so oft es geht, sorge für ausreichend Kompost auf den Beeten und dünge nach Bedarf und ausschließlich mit biologisch hergestelltem, organischen Dünger (Hornspäne, Hornmehl, Rinderdung gekörnt oder Pflanzenjauche etc.). Auf diese Weise bleibt der Boden lebendig, gesund und das ist die Grundlage für gesunde Gemüsepflanzen mit Abwehrkräften gegen Pilze, Bakterien, Viren und Schädlinge.


Pflanzenschutz:
Bisher war dadurch noch nie der Einsatz von Spritzmitteln erforderlich (chemische sowieso nicht, aber auch keine biologischen Mittel).
Gegen die weiße Fliege stäube ich mit Steinmehl.
Ich benutze auch keine pflanzenstärkenden Brühen.
Wohl aber arbeite ich mit Netzen gegen die Lauchminiermotte und Vlies.
Geeignete Sorten und richtiger Dünger helfen auch beim Anbau - aber dazu mehr nächstesmal. 



11.1.2011

Gemüsegarten-Planung

wir haben immer mehr Halbschatten in unserem Gemüsegarten. Deshalb habe ich mich mal intensiv mit diesem Thema befasst.

Gemüse für den Halbschatten:
Rote Bete
Buschbohnen
Zuckererbsen
Brokkoli
Kohlrabi
Schnittsellerie
Radies und Radieschen
Möhren hat auch schon geklappt
Salate

Es sind doch eine ganze Menge Gemüsearten und das finde ich sehr beruhigend.
Rhabarber verträgt auch relativ viel Schatten und wächst recht gut unter der großen Zierkirsche.


9.1.2011

Ich habe schon Saatgut bestellt (z.B. Wolfgang Nixdorfs Gemüsegarten Versandhandel ).
Dort gibt es auch Abdeckvliese zum Verfrühen oder als Schutznetze gegen Schädlinge.

Bei den Tomaten ziehe ich die meisten Sorten aus eigenem Saatgut selbst an, aber ein paar neue Sorten habe ich über den Biogartenversand zum Testen vorbestellt (Biogartenversand).
Viele Tomatensamen habe ich von Gartenfreund/innen oder dem Tomatenversand von Irina aus dem Internet erhalten.
Mehr zu Tomaten in einem extra Blog-Beitrag: Tomaten

Dieses Jahr möchte ich neue Kräuter-Sorten ausprobieren. Vorne im Corten-Stahltrog sieht das sicher sehr gut aus und zur Küche ist es auch nicht weit.

Grade habe ich noch frühe Paprika "Paprika Frühzauber" bei Dreschflegel bestellt. Der muß bald ausgesät werden, damit er bei uns noch ausreift.

Saatkisten und Aussaaterde stehen schon bereit.



Literaturtipp für den Gemüsegärtner: 
Das Gemüsegarten Handbuch von Wolfgang Nixdorf
und Gemüse biologisch ziehen aus dem Ball Vista Verlag, Christine Recht
Gemüse - von Dr. Karen Meyer-Rebentisch - ein sehr gutes Buch!


Herzliche Grüße von Renate
www.renate-waas.de

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