Sonntag, 18. März 2012

Das Gemüsebuch


Das Gemüsebuch von Karen Meyer-Rebentisch


Karen ist eine leidenschaftliche Gemüsegärtnerin und Wissenschaftlerin. 
Jetzt hat sie ihr Wissen über Gemüse in einem Buch für alle zugänglich gemacht.


Das Geheimnis dieses wunderbaren Buches über Gemüsebau liegt genau in dieser Kombination aus täglicher praktischer Erfahrung und wissenschaftlicher Genauigkeit.
Diese Kombination ist leider recht selten, wie ich finde - die praktischen, erfahrenen Gemüsegärtner schreiben (leider) meist keine Bücher und die, die Bücher schreiben, haben oft genug wenig wirkliche Praxis. 



In diesem Buch findet ihr Informationen, mit denen der Anbau von Gemüse gelingen kann.
Zu jeder Gemüseart gibt es Anbautips, Angaben zu erprobten Sorten, Ernte und Lagerung, Verwendung in der Küche und Pflanzengesundheit. 
Als zusätzliches Schmankerl auch ein paar Worte zur Kulturgeschichte von Gemüse! 
So wird jedes Gemüse umfassend beschrieben von der "kulturellen Wiege" bis zum modernen Rezept für die Küche.


Hier der Link zu Karens sehr interssanter Gemüse-website - von dort aus könnt ihr bei Bedarf auch das Buch bestellen


Ich habe Karen noch ein wenig zum "making-of" von ihrem Buch befragt:


Es gibt so viele Ratgeber zum Gemüseanbau, warum hast Du einen weiteren schreiben wollen?
Da gibt es mehrere Gründe. Ich baue selber Gemüse unter nicht ganz optimalen Bedingungen an und musste bald merken, dass viele Ratgeber nur dann hilfreich sind, wenn die äußeren Bedingungen nahezu perfekt sind. So habe ich aus vielen anderen Quellen und im Austausch mit anderen Gemüseliebhabern viele Informationen zusammengetragen, die über das hinaus gehen, was man üblicherweise in Ratgebern liest. Außerdem habe ich viel Freude daran, mein Gemüse zu fotografieren – aus diesen beiden Gründen heraus bin ich 2009 mit einer Webseite www.gemuese-info.de online gegangen. Die sehr schnell anwachsenden Besucherzahlen zeigten mir, dass ich mit meinen Infos offenbar ein großes Bedürfnis anspreche. Da war der Schritt zum Buch nicht mehr weit.

Was unterscheidet Dein Buch denn sonst noch von anderen Ratgebern?
Von Hause aus bin ich Historikerin. Die Neugierde für die Geschichten hinter den Dingen habe ich schon immer gehabt. Und auch beim Gemüse finde ich es spannend zu wissen, wo kommt das her, seit wann wird das kultiviert, welche Bedeutung hat es für die Ernährung der Menschen in der Geschichte. In meinem Buch schreibe ich zu jeder Gemüseart auch etwas über den kulturhistorischen Hintergrund.
Und da vielen Menschen immer wichtiger wird, sich gesund zu ernähren, habe ich mich auch mit dem gesundheitlichen Nutzen der verschiedenen Gemüse befasst – eigentlich sind sie ja alle gut und ausgewogenen Ernährung ist das beste, was man machen kann, aber es gibt eben schon die eine oder andere Besonderheit auch in diesem Bereich.

Wie gärtnerst Du eigentlich?
Ich lebe in der Stadt, das macht es nicht ganz einfach. Ich habe einen Kleingarten, in dem ich fast nur Obst und Gemüse anbaue. Dort halte ich mich aber nicht gerne längere Zeit auf, weil ich unter dem Umgebungslärm manchmal leide. Am Haus haben wir noch einen kleinen, für Gemüseanbau zu wenig sonnigen Garten. Aber um dort zu sitzen und sich zu entspannen, ist er perfekt.

Es ist unverkennbar, dass Gemüse Dich fasziniert, warum?

Die Geschmacksvielfalt und die Möglichkeiten der Zubereitung sind um ein vielfaches größer als bei Fleisch oder Fisch. Außerdem sehen viele Gemüsearten einfach sehr schön aus, sie sind an sich schon appetitlich.

Was kochst Du am liebsten?
Gemüse! Das steht fast immer im Zentrum eines Gerichts. Sehr oft koche ich Nudeln dazu, seltener Reis. Wir essen auch gerne Gemüse als Belag einer Quiche oder Pizza.

Welches ist Dein Lieblingsgemüse?
Ich esse fast jedes Gemüse gerne. Auberginen finde ich sehr, sehr lecker, würde sie aber nicht jeden Tag essen mögen. An Tomaten hingegen kann ich mich nicht überessen, die kommen im Sommer schon zum Frühstück auf den Teller. Und ein Blattsalat ist mir auch immer willkommen.

Du hast auch fast alle Fotos in dem Buch selbst gemacht – ist es nicht langweilig, Gemüse zu fotografieren?
Gemüse zu fotografieren finde ich sehr beruhigend und entspannend. 
Ich überlege mir erst, was ist das besondere für mich an dieser Art, an dieser Sorte. Ich betrachte eine Frucht von allen Seiten, betaste sie, die Textur spielt eine wichtige Rolle. Und dann behandele ich sie wie ein Modell und überlege, wie ich sie ins beste Licht rücken kann, ganz wörtlich gesehen. Denn gutes, interessantes Licht ist der Schlüssel zu Fotos, die man gerne länger betrachtet, Fotografie heißt nichts anderes als Malen mit Licht. Entsprechend finde ich Fotos von im Studio ausgeleuchtetem Gemüse, freigestellt vor weißem Hintergrund, ganz langweilig. Es macht mir Spaß das Gemüse in der Erde, an der Pflanze oder auch als Teil eines Stilllebens immer wieder neu zu betrachten und in Szene zu setzen – eben wie ein gutes Portrait.


Ich wünsche allen einen wundervollen Frühling und ein
gutes Gemüsejahr!


copyright:
alle Bilder auf diesem Post stammen von Dr. Karen Meyer-Rebentisch

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Kommentare:

  1. Hallo Renate!
    In ein paar Monaten habe ich Geburtstag, jetzt habe ich wieder etwas, das ich mir wünschen kann!
    VG
    Elke

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  2. Toller Beitrag! Die Bilder sind auch faszinierend.Ich hab es notiert.
    Ich suche ein Buch über das Finden von Wildkräutern, damit ich mich nicht vergifte beim Suchen, man könnte ja das Falsche essen. Hast du auch dafür eine Empfehlung? Gestern kam ein toller Fernsehbeitrag über eine Frau, die überall Kräuter sucht, findet und sie im Restaurant verkocht.

    Sigrun

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    Antworten
    1. @Sigrun:

      http://gwundergarten.blogspot.de/2012/03/die-wilden-wild.html

      auf diesem Blog habe ich grade eine Buchbesprechung über wilde Kräuter gelesen - das könnte Dich interessieren!
      Viele Grüße von Renate

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  3. Hallo Renate, Danke für die tolle Vorstellung dieser Autorin. Für das Gärtnern unter nicht optimalen Bedingungen gibt es wirklich kaum gute Bücher, wie wahr :) Werde das nächste mal in der Buchhandlung schauen, ob es dieses Buch zu kaufen gibt.

    lg kathrin

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  4. Hallo Renate..wenn ich "Gemüsegarten" höre, muss ich direkt an meinen 82jährigen Onkel denken,der mit Leib und Seele schon sein ganzes Leben lang Gemüse anbaut:-)ich glaube,nein ich bin mir sicher er hat noch nie ein Buch darüber gelesen...wir haben keinen Gemüsegarten,da ich das neben meinem Beruf zu zeitaufwendig finde...und wenn ich mir einen zulegen würde,müsste ich wirklich erst vieles nachlesen..jedenfalls finde ich deine Buchvorstellung sehr interessant.Ich möchte dir für deine lieben Worte danken...selbst beim Lesen deines Kommentars werde ich verlegen:-)ich glaube, ich schaffe nicht mehr als andere Menschen..du weißt selber, was man mit Herz macht,flutscht so von der Hand:-)aber da ich auch einen Beruf ausübe, habe ich leider nicht täglich Zeit für meinen Garten....kann ihn aber in meiner Freizeit um so mehr genießen:-)ich wünsche dir eine frühlingshafte Woche..LG Irene

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  5. Hallo!
    Danke für den Buchtipp!!! Dieses Jahr wirds wahrscheinlich nix mehr mit einem Gemüsegarten (wir gestalten gerade einen alten Garten um)aber nächstes Jahr will ich auch das ein oder andere Gemüschen im Beet ernten!!! Freu mich schon... das Buch werd ich mir merken!!!! Dank dir!!!

    Gruß
    Nicole

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  6. Hallo,

    vielen Dank für den tollen Buchtipp, das klingt interessant.

    Ich bin aktuell noch mit Blumen beschäftigt, alles gleichzeitig geht irgendwie nicht, und gemüsetechnisch bin ich auf Tomaten und Chillis beschränkt aber für nächstes Jahr plane ich auch mehr Gemüse.

    Einen schönen Sonntag,
    lg Sandra

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... ich freue mich sehr, dass Du Dir Zeit für ein paar Worte nimmst