Dienstag, 1. Mai 2012

Nuetzlinge im Garten

Biologischer Pflanzenschutz

Seit April brüten im Apfelbaum die Meisen. 
Die Eltern füttern fleißig Insekten an ihre Jungen. Ein ständiges Kommen und Gehen und jedes mal ist der Schnabel voller Läuse, Maden und Insekten. Würden wir irgendein Spritzmittel im Garten verwenden, hätte ich Sorge, dass es den Jungen der Meisen schadet. Auch die sogenannten sanften oder biologischen Spritzmittel gegen Schädlinge verwende ich nicht. Es ist auch nicht nötig - die Meisen arbeiten unermüdlich und nehmen mir die Arbeit ab.


Blattlaus

Blattläuse sind bei Vögeln und Marienkäfern äußerst beliebt. Da ich seit Jahren nichts gegen Läuse unternehme, haben wir eine gute Population von Marienkäfern. Sie überwintern lebendig und warten im Frühjahr bereits auf die ersten Läuse, die sie dann sofort verspeisen. So können sich die Läuse gar nicht erst vermehren und unangenehm werden. Ein paar Ameisen versuchen noch, sich Läuse zu halten. Aber auch trotz Ameisenschutz kommen die Marienkäfer und holen sich die Läuse.
Das ist vor allem seit Einführung der chinesischen Marienkäfer so geworden - die sind weit aggressiver als unsere heimischen Marienkäfer. Ob es eine gute Idee war, diese fremden Marienkäfer einzuführen steht auf einem anderen Blatt - aber jetzt sind sie nunmal da und jagen Läuse.


Die Kunst ist wirklich NICHTS gegen Blattläuse zu unternehmen
 - keine Seifenlauge, kein scharfer Wasserstrahl, kein Abstreifen - denn immer werden auch die Larven der Marienkäfer getötet. Das ist nicht sinnvoll. 
Wenn man wirklich nichts tut, können die ersten Jahre noch Läuse auftauchen, aber nicht lange. Bald räumen die Marienkäfer auf. Die Marienkäfer werden immer mehr - die Läuse immer weniger. Seit 6 Jahren praktiziere ich es jetzt so. Bei mir war bereits ab dem 2. Jahr kaum mehr eine Laus im Garten zu entdecken. Das ist doch wirklich pflegeleicht - oder?
Ich finde daher, NICHTS TUN und die Nützlinge ihre Arbeit machen lassen ist bei Blattläusen die einzig wahre Lösung im Privatgarten. 


Raupen an Rosen und Gehölzen
sind dieses Jahr wieder viele zu finden. 
Auch sie werden von Vögeln gern zur Aufzucht der Jungen gesammelt. 
Also bitte nicht spritzen! 
Wenn es ganz schlimm ist, die Raupen absammeln. 
Zusammengeklebte Blätter aber vorher genau ansehen, ob es wirklich Raupen sind oder ob das Blatt sich erst entfaltet.

Sollte ein Pflanze mehrere Jahre heftig von Raupen heimgesucht werden, pflanze ich erstmal an einen optimalen Standort um. Wenn das nichts nützt, dann entferne ich die Pflanze aus dem Garten. Das muss jeder für sich entscheiden - mir sind die Vögel und unser Biogemüse wichtig und deshalb verzichte ich lieber auf manche Pflanzen als Gift zu verwenden.
Gehölze, die jedes Jahr von Raupen überfallen werden wie z.B. der Schneeball (vor allem Viburnum opulus) pflanze ich gar nicht erst in meinen Garten. 


Es gibt in unserem Garten wenig Krankheiten - darüber erzähle ich aber dann ein andermal.


Herzliche Grüße von
Renate


www.renate-waas.de




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Kommentare:

  1. Hallo Renate!
    Das kann ich alles unterschreiben!
    Die Blattlausplage ist jedes Jahr wieder so schnell gegessen, wie sie gekommen ist. Das funktioniert nur, wenn man gar nichts tut, sondern die Räuber schön in Ruhe lässt.
    Dieses Jahr singt eine Klappergrasmücke in unserem Garten, da hat sich das giftfreie Gärtnern doch wieder gelohnt!
    Schönen Feiertag!
    Elke

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  2. Hallo Renate, den Ratschlag, gegen Blattläuse nichts zu tun beherzige ich nun auch schon einige Jahre. Meistens kommt eine Läuseinvasion ganz am Anfang, wenn es warm wird, so im Mai. Dann sehe ich schon, wie Blaumeisen und Marienkäfer sich ans Werk machen und bald ist der Spuk auch vorbei...also keine Panik kriegen und die Natur einfach machen lassen.
    Lieben Gruß von Heike

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  3. *freu*
    - ich freu mich sehr, dass Ihr dieselbe Erfahrung macht liebe Elke und Heike!
    Und danke sehr für Euren Kommentar!
    Herzliche Grüße von Renate

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  4. Manchmal ist Weniger doch mehr :) Die Natur weiß sich schon zu helfen. Schön das du dieses Thema hier nochmal auffasst ;)

    lg Paultschi

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  5. Eigentlich wunderbar perfekt für faule Gärtner! Ich habe im Frühling eh mehr als genug zu tun und so bin ich froh, mich nicht auch noch um Blattläuse kümmern zu müssen.

    Inzwischen geht auch GG das Thema viel entspannter an, nachdem er gesehen hat, wie schnell die Läuse in den letzten Jahren verschwanden ohne das gespritzt wurde.

    Liebe Grüsse Rosana

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  6. Liebe Renate, wunderschöner Artikel! genaudas versuche ich immer meinen Bekannten zu verklickern, es nützt leider nichts! Bei uns sind unterdessen auch die asiatischen in der Überzahl....
    Herzliche Grüsse und "ich les die sehr gerne!"
    Carmen

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  7. Hallo Renate
    Wow, was für Meisen-Fotos! Genial! Eigentlich mache ich es im Gartne wie Du. Eigentlich... denn vorgestern "musste" ich seit 8 Jahren doch Gift in meinem Garten anwenden...Räupchen (nicht nur ein paar wenige sondern zu hunderten) habe sich in meinen Lenzrosen eingenistet. Genutzt hat das Gift aber anscheinend nix, niente, nada. Okay, das Gift war eben auch schon 8jährig und musste verschieden Frostzeiten durchleben... ich denke mal, die Wirkung ist wohl nicht mehr vorhande. Die Lenzrosen sehen ganz übel aus in meinem Garten und trotzdem, hatte ich bereits nach dem Einsatz des Mittels starke Bedenken, das richtige getan zu haben. Werde heute mit einem Exemplar des gierigen Raupenviehs in die Gärtnerei gehen um sicher zu sein, dass diese Raupen wirklich "nur" die Lenzrosen bevorzugen und nicht etwa zu den Rosen überwechseln. Ich habe ja viele Vögel im Garten, aber sie scheinen diese Raupe nicht als Delikatesse anzusehen... leider.
    En liebe Gruess
    Alex

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  8. Liebe Renate
    Du hast recht, es ist wirklich nicht einfach, sich einfach zurückzuhalten ... aber wir tun es je länger je mehr. Dein Meisenhäuschenfoto ist dir megatoll gelungen. Hm, wir haben auch junge Meislein im Garten - jedenfalls pipst es aus einem Kistchen unaufhörlich und eben auch unüberhörbar.
    Hm, derzeit haben wir mit dem Buchsbaumzünsler zu kämpfen und grrrr, diese Raupe, die mag noch kein Vogel - leider. Und da hilft wohl wirklich nichts anderes, als eben zum Spritzmittel zu greiffen ... der Buchs ist uns einfach zu wichtig, als dass wir ihn leichtfertig aufs Spiel setzen und er formt unseren Garten eben schon irgendwie.
    Danke dir aber für diesen informativen Post.
    Sei herzlich gegrüsst
    Ida

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  9. Liebe Renate, ich kann das nur bestätigen, je weniger man gegen die Läuse unternimmt, desto eher wird man sie wieder los. Ich hatte letztes Jahr ziemlich viele an meinen Kürbisgewächsen, sie fühlten sich dort sauwohl, aber dann kamen die Marienkäfer und schon nach kurzer Zeit war von den Übeltätern nichts mehr zu sehen. Es hilft wirklich einfach nichts zu tun.

    lg kathrin

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  10. Hallo Renate,
    eine schöne Seite hast du. Ich möchte in Zukunft mehr aus meinem Garten machen, weil ich merke, dass mir die Gartenarbeit großen Spaß macht und eine Art Ruhepol für mich darstellt. An deinen Ausführungen merkt man, dass du Ahnung hast und ich bin mir sicher, dass ich mir in Zukunft den ein oder anderen Trick bei dir agucken werde ;-)

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... ich freue mich sehr, dass Du Dir Zeit für ein paar Worte nimmst