Samstag, 23. Januar 2016

Tipps - Duengung von Blumenzwiebeln und Knollen







Blumenzwiebel pflegen und düngen - wann, womit, wie und warum


Ich habe heute unsere Blumenbeete gedüngt, in die ich viele früh blühende Blumenzwiebeln wie Schneeglöckchen, Märzenbecher und Krokusse gepflanzt habe.
Denn die wachsen jetzt schon und werden bald blühen -  und dafür brauchen sie gute Ernährung.

Jetzt schon düngen??? Werden sicher einige von Euch denken.



Ich dünge mit Hornmehl - das setzt sich sehr langsam innerhalb von 6 Wochen um und auch das nur bei höheren Temperaturen.
Bei Hornspänen dauert es sogar noch viel länger - dafür wäre es also jetzt schon zu spät.
Im Schnee sieht man gut, wo ich gedüngt habe. Einarbeiten ist nicht nötig.

Zugegeben - es sieht zunächst nicht gerade prickelnd aus ... aber den Schneeglöckchen, die hier schon aus der Erde schauen, wird es gut tun!

Wir haben noch immer genug Phosphat und Kali im Boden. Da muss ich also nichts zusätzlich geben (das ist in den meisten Gärten so - aber besser prüfen lassen).
Kali ist für Blumenzwiebeln sehr wichtig, damit sie auch nächstes Jahr wieder üppig blühen.



Bald wird es hier wieder blühen wie auf diesem Bild vom letzten Jahr (oder sogar noch mehr, wenn die Schneeglöckchen sich dank guter Ernährung fleißig vermehrt haben)




... und so sieht es dann im März hier aus:










Eine ganze Horde Schneeglöckchen, Märzbecher und Christrosen blühen hier üppig, dazu noch Crocus, später dann Narzissen und Tulpen. Das ist im Frühling mein absolutes Lieblingsbeet und da es sich direkt am Eingang und gegenüber vom Esszimmer-Fenster befindet, kann ich es ausgiebig jeden Tag betrachten und mich freuen. 

Tipps zur Düngung von Zwiebelblumen

Sollte Euer Boden über Kompost optimal mit Nährstoffen versorgt sein, reicht meist eine Düngung mit etwas organischem Stickstoff wie z.B. Hornmehl im Frühling.

Stickstoff kann der Boden nicht speichern, das muss man immer mal wieder einbringen.
Zu viel ist auch nicht gut! Also ich nehme kein Blaukorn o.ä. Ich bevorzuge anhaltende organische Stickstoffdünger wie eben Hornspäne oder Hornmehl.
Man kann auch etwas Pottasche ausbringen (Kali), das mögen Schneeglöckchen besonders gern. 

Ich empfehle alle paar Jahre eine Überprüfung des Nährstoffgehalts im Boden - die wenigsten tun es. 
Meiner Erfahrung nach sind fast alle Hausgärten bei uns optimal mit Phosphat, Kali, Magnesium etc. versorgt - meist fehlt nur Stickstoff und das kann man leicht über Hornmehl oder Hornspäne zuführen. (Brennesseljauche ist später im Sommer dann auch ein perfekter Stickstoffdünger im Garten)

















Aber zurück zu den hungernden Zwiebelblumen!

Welcher Dünger: 

Hornmehl (das sind fein gemahlene Hornspäne) ist mein bevorzugter Stickstofflieferant im Frühling. Wer kann und mag natürlich auch sehr gerne etwas Kompost. Das tut grad den Pflanzen in den Gehölzrandbeeten sehr gut.
Kompost bringe ich im Herbst aus.

Man kann auch Hornspäne bereits im Herbst ausbringen. Da sie sich extrem langsam zersetzen und bei zu viel Kälte gar nichts passiert, ist das durchaus sinnvoll. 
Dann ist etwas Dünger da, wenn die Zwiebelchen anfangen Wurzeln zu bilden (Herbst) und treiben (Frühling).

Ich habe (wie immer) letzten Herbst Kompost mit etwas Hornspänen ausgebracht. Das war als Starterdüngung für die Blumenzwiebeln optimal. 
Jetzt - also Mitte/ Ende Januar bis Anfang Februar (je nach Witterung) gebe ich für besonders dicht mit Zwiebelchen bepflanzte Bereich noch das schneller wirkende  Hornmehl. 
Falls im Herbst nicht gedüngt wurde, ist jetzt allerhöchste Zeit für Hornmehl.

Ich warte auf einen Tag, an dem der Schnee taut und/oder es regnet.
Dann wird das Hornmehl von Regen oder taunendem Schnee gleich mit in die Erde genommen.

Mineralischen Dünger verwende ich nicht. 
Die meisten dieser Dünger werden auch leicht ins Grundwasser ausgeschwemmt - grad um diese Jahreszeit wäre das sehr ungünstig.
Ich vergleiche das gerne mit Fast-Food - klar kann man davon leben - aber gesund ist es nicht. Weder für den Körper noch für die Umwelt.

Die Menge an Dünger richtet sich nach dem Produkt. 

Ich habe so 2-3 Händchen Hornmehl pro qm bepflanzte Fläche ausgebracht (s. Foto oben). Das reicht erstmal für die Zwiebelchen. Im Herbst habe ich bei den schattigeren Beeten bereits etwas Kompost  und Hornspäne aufgebracht. Das ist optimal für eine gute Nährstoffversorgung dieser Blumenbeete. Hier wachsen Stauden aus dem Bereich Wald bis sonniger Waldrand, die überwiegend von Natur aus an Laubfall und organischen Mulch angepasst sind und das zu schätzen wissen.
Die Düngermenge steht auf den Verpackungen eigentlich immer drauf.

Welchen Voll-Dünger (falls Voll-Dünger nötig sein sollte)


Sie können als Voll-Dünger N-P-K flüssigen Bio-Tomaten-Dünger in Wasser auflösen und gießen. 
Der hat auch für Blumenzwiebeln die perfekte Nährstoffzusammensetzung. 
Mit dieser Düngerlösung gießt man dann die Schneeglöckchen und Märzenbecher. Einfach oben drüber. 
Am Besten bei Austrieb.


Blumenzwiebel-Dünger von Neudorf

Neudorf hat einen speziellen Blumenzwiebel-Voll-Dünger N-P-K mit 7-3-10 mit Mikroorganismen, Mykorrhiza und salzarm. 
Empfehlung von Neudorf: im Herbst und dann im Frühling beim Austrieb der Blumenzwiebeln ausbringen
Der ist natürlich auch sehr gut.

Aber - wie oben bereits geschrieben ist bei den meisten Gärten kein Voll-Dünger (auch nicht der von Neudorf) nötig, falls jährlich Kompost ausgebracht wird und der Garten biologisch bewirtschaftet wird. Eine Bodenprobe alle paar Jahre schafft hier Klarheit. 
Dünger ist ja nicht gerade günstig ...


Gehackt wird hier nie nie nie! 

Das überleben die kleinen Zwiebelchen, die ja knapp unter der  Erdoberfläche übersommern nicht. Da ich aber sowieso nirgends hacke und stattdessen jährlich Kompost ausbringe, ist das bei mir kein Thema. 



Warum überhaupt düngen - Pflege von Blumenzwiebeln?

Natürlich geht es auch ohne Düngung im Garten - nur oft werden die Zwiebelpflanzen dann schwächlich, blühfaul, vermehren sich kaum oder verschwinden ganz. 
Zu viel Dünger ist genauso ungünstig, wie zu wenig. 
Die Pflanzen werden bei zu viel Stickstoff und Dünger schwächlich und krankheitsanfällig. 
Es gibt auch ein paar Hungerkünstler, die es gar nicht brauchen. 
Die meisten unserer Hausgartenpflanzen jedoch schätzen diese Zuwendung.
Deshalb sollte man sich ruhig ein paar Gedanken über seine Pappenheimer im Garten machen - die haben durchaus recht unterschiedliche Ernährungs-Wünsche.

Gesunde Erde - gesunde Ernährung - gesunde Pflanzen

Ich möchte einen üppig blühenden Garten mit gesunden, robusten Pflanzen. 
Wie fast bei allem Lebendigen - wenn ich viel Leistung in Form von robusten Pflanzen, viel Blüte und Vermehrung haben will, muss ich auch geben:  


Zuwendung und optimale, gesunde Ernährung.

Im Herbst und im Frühling, sobald der Boden nicht mehr gefroren ist oder grade auftaut, ist es für mich höchste Zeit für die Düngung der Zwiebelblumen, damit sie optimal ernährt sind, gut wachsen, toll blühen und sich sogar noch vermehren

Denn von den sehr frühen Blumenzwiebeln wie Schneeglöckchen kann man ja nie genug im Garten haben - oder?

Ach - wenn es doch nur schon so weit wäre!

Viele Grüße 
Renate Waas



P.S. 
bei Austrieb (ca. Ende Januar / Februar) sorgt eine zusätzliche Düngung mit Patentkali für stabiles Gewebe und damit für gesunde, widerstandsfähige Pflanzen!











Autor und copyright: Dipl.Ing.FH Renate Waas, Landschaftsarchitektin München

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