Donnerstag, 8. Oktober 2020

Bauerngarten oder Cottagegarten im Bayerischen Wald

 

Bauerngarten im Bayerischen Wald

Meine Schwester hat sich im Bayerischen Wald mit Ihrem Mann ein Haus gebaut und einen Traum verwirklicht.

Alles da, wovon so manches Gärtner-Herz träumt - eine großer Garten, Gemüsegarten mit Hochbeeten, Hund, Katze, Hühner, Enten, Tauben, Wild, Fischteich und Pferde, Wiesen und Wald!

Gleich am Eingang ist der Pferdestall und die Garage für Kutsche und Pferdeschlitten, ein Taubenschlag und rechts davon die Wiese für die Pferde.


Der Balkon ist mit Blumen geschmückt, Kletterpflanzen umranken die Balken und Träger.

Der Hund bewacht alles, aber wenn die Hausherren dabei sind, kann man das Grundstück beruhigt betreten.

Gleich fällt der Blick auf das ehemalige Getreidehaus, das jetzt als Töpfer-Werkstatt, Gästezimmer genutzt wird.



Rechts davon ist der Gemüsegarten mit Blumen aussen rum - im Herbst vor allem Dahlien und Rosen.


Hinter der Holztür des kleinen Häuschens verbirgt sich ein Räucherofen. Er wird oft zum Räuchern der eigenen Fische aus dem Fischteich vor dem Haus genutzt.

Im Hintergrund rechts im Bild sieht man die Werkstatt vom Hausherren mit alten Maschinen und Gerätschaften, die er liebevoll restauriert - und dann auch nutzt. Denn zum Sacherl gehören auch noch Wald, Wiesen und Weiden. 

Im Winter wird schon mal Familie, Freunde oder Touristen mit den Pferdeschlitten durch die wunderschöne Landschaft hier kutschiert. Im Sommer mit verschiedenen Pferdekutschen. Es ist schon ein ganz besonderes Erlebnis, mit zwei stolzen Kaltblüter-Hengsten vor der Kutsche durch die umliegenden Dörfer gefahren zu werden.


Beim Blick von oben sieht man das Ensemble gleich viel besser. 

Vorne links das große Gebäude ist die Stallung für die Pferde, rechts unter dem grasbedeckten Dach ist die Mannsbilder-Werkstatt, rechts oben Werkstatt und Gästezimmer meiner Schwester und links davon das eigentliche Wohnhaus mit Gewächshaus. Ganz hinten dann der Hühnerstall und die Wiese links davon ist für das Wild. Mittig die Quelle und der Fischteich. Eine eigene Quelle speist den Fischteich. Das Wasser kann man trinken und schmeckt köstlich!

Hinter dem Wohngebäude ist der Hühner- und Entengehege und -stall.

Traditionell der Blumenschmuck am Haus - Rosen und Geranien.


Der grüne Daumen, die Liebe zur Natur, den Tieren und der Hang zur Selbstversorgung liegt wohl bei uns in der Familie. 

Mein Mann und ich - wir träumen auch schon davon!

Lang sind wir noch zusammen gesessen und haben unser Wiedersehen genossen. 

Danke Schwesterherz, dass ich die Bilder hier zeigen darf!

Alles Liebe und Gute Renate



.

Freitag, 25. September 2020

Blüten im Herbst - Bilder vom Spaziergang im Sichtungsgarten Weihenstephan




Gärten im Herbst

Zum Fotografieren von Blüten und Staudenbeeten ist ein bedeckter Tag manchmal genau richtig.
Zeit also für einen Besuch im Sichtungsgarten zur Inspiration, zur Weiterbildung und einfach weil es so schön dort ist!
Fast alle Fotos im Staudengarten Weihenstephan wurden mit Blende 1.8 aufgenommen.
Ich kann Euch allen einen Besuch nur wärmstens empfehlen! 
Mich findet man dort auch regelmäßig.

Herbst-Spaziergang im Sichtungsgarten Weihenstephan


Farne, Liriope und Stauden im Schatten:



Ein Meer aus Gräsern (Hakonechloa) an einem halbschattigen Platz unter Bäumen:





Es war ein wundervoller Herbsttag und ich habe wieder so viele Ideen mit nach Hause genommen.

Euch allen noch ein schönes Wochenende!

Viele Grüße
Renate aus dem Geniesser-Garten



Bilder aufgenommen im Sichtungsgarten Weihenstephan, Freising

Autor und copyright für Text und Bilder: 
Landschaftsarchitekt 
Dipl.Ing.FH  Renate Waas
Gartenplanung - Gartendesign - Gartenberatung







.

Freitag, 21. August 2020

Garten vorher - nachher Bilder von unserem Geniesser-Garten




Gartenbilder vorher - nachher von unserem Geniesser-Garten


Ziemlich genau vor 10 Jahren haben wir Haus und Garten renoviert und umgestaltet.
Beim Haus wurde Fassade, Bad erneuert, Fußbodenheizung eingebaut, Wände raus und unsere alte Küche liebevoll aufgehübscht und technisch auf neuesten Stand gebracht.
Aussen eine Pergola, Holzdeck, Granitstufen, neue Wege, Beete, neue grüne Zufahrt, Poolumrandung weg und dafür eine Kiesfläche .


1. Schritt: Haus innen Küche und Bad renoviert

Die Wand zwischen Küche und Wohnzimmer wurde entfernt, die Holzdecke ebenfalls. 
Das kleine Fenster ist jetzt eine Balkontür. 
Dort stehe ich jetzt sehr oft und schaue in den Garten.








Hier der Blick in den Garten aus der Küche vorher und nachher:


Pergola und Terrasse erneuert, Kieswege und Beete am Pool angelegt:






... und schließlich die neue grüne Zufahrt.




Manchmal vergisst man einfach, wie es vorher war und manchmal ist es gut, mal wieder zu schauen, wie sich alles verändert hat!
Ein bisschen sind wir auch stolz auf uns.

Herzliche Grüße aus dem Geniesser-Garten
Eure Renate 



Landschaftsarchitektin 
Renate Waas

www.renate-waas.de





Samstag, 1. August 2020

Blumenzwiebeln planen - Eremurus - Steppenkerzen - Pflanzpartner und Ansprüche

Eremurus - Steppenkerzen

Tipps zu Ansprüche, Standort, Pflanzpartner und Besonderheiten


Es ist Zeit, an die Blumenzwiebel für nächstes Jahr zu denken!
Auch Steppenkerzen werden jetzt dann im September gepflanzt. Ich bestelle Blumenzwiebeln immer schon im August, damit ich dann wirklich alle Arten und Sorten bekommen.

Sollte Euch das Bild oben bekannt vorkommen ... ein ähnliches Bild von mir aus unserem Garten wurde für das Buch von Annette Lepple "Genießen statt Gießen" verwendet. Ich habe mich sehr darüber gefreut und es passt ja auch super zum Thema des Buches.


Aber nun zu den 

STEPPENKERZEN - EREMURUS

Wenn die Steppenkerzen blühen - ja dann ist für uns richtig Sommer. Lange Jahre hatte ich die gelben (s. Bild) - letztes Jahr habe ich sie durch weiße Eremurus ersetzt. Bilder davon folgen. Die Ansprüche sind die gleichen.

Viele Blogbesucher, Bekannte und Kunden erzählen, sie haben Probleme, Steppenkerzen im Garten zu etablieren. Für alle, die es versuchen möchten, habe ich hier meine besten Tipps zum richtigen Standort, zur Pflege und zu den Pflanzpartnern bei uns im Garten zusammengestellt.

Eremurus sind immer schnell ausverkauft! Egal ob Knollen oder vorgezogene Topfpflanzen - man sollte rechtzeitig bestellen, sobald also die nächsten Blumenzwiebel-Kataloge versendet werden oder Pflanzen angeboten werden.

Aber - ist der Platz im Garten überhaupt für Eremurus geeignet?


Der optimale Standort für Eremurus

Standort: sonnig, warm, trocken, steinig
Bei uns in München kann es im Winter sehr kalt werden. Das scheint sie aber nicht zu stören.

Besonderheit zum Standort
Eremurus brauchen unbedingt trockene Füße. Vor allem auch im Winter. Sie faulen sonst.
Regenwasser sollte schnell wieder abfließen können.

Um den Wasserabzug zu gewährleisten setze die Wurzeln auf einen Hügel und forme darüber wieder einen Hügel. Okay - ich erkläre es genauer.

Dazu grabe ich ein großes Loch - 40 cm im Durchmesser und 50 cm tief. 
Ich beginne mit 20 cm groben Steinen, die ich zum Hügel aufsetze. 
Dann kommt 10 cm Humus-Stein-Gemisch - auch als Hügel.
Darauf setze ich die fleischigen Kraken-Wurzeln der Steppenkerzen und fülle bis oben mit dem Humus-Stein-Gemisch auf.
Der Hügel steht auch noch etwas über das normale Beet hinaus, damit das Wasser gleich abfließen kann.

In München haben wir sowieso viel Kies im Boden, da muss ich nicht viel nacharbeiten.
Bei lehmigem Boden könnte es schwierig werden, ausser das Beet befindet sich auf einem Hügel oder nah oberhalb einer Mauer, oder auf der trockenen Seite des Hauses. Egal - Hauptsache trocken an den Wurzeln, dann sollte es klappen.


Pflanzen-Partner für Eremurus


Gute Gesellschaft für Eremurus (Steppenkerzen) sind: 

Salvia sclarea Vatican White - weisse, 2-jähriger Salbei (s. Bild).
Sie können den mächtig wirkenden Steppenkerzen durchaus Paroli bieten. 
Wie ein Blumenstrauss wirkt das Beet auf uns - fröhlich, luftig und leicht.

Salvia neorosa - Gartensalbei
Nepeta (Katzenminzen) und
Lavandula (Lavendel) 

Gräser: 
Stipa / Nassella tenuissima - Federgras
Festuca mairei
Panicum virgatum
oder andere trockenheitsvertragende Gräser. 
Ich bevorzuge Stipa / Nassella 


Farbe - Gartenstimmung im Garten

Steppenkerzen haben eine enorme Fernwirkung und dominieren mit ihren leuchtenden Farben die sonnigen Beete. 


Manche werden sich erinnern, dass "Gelb" lange nicht so meine Farbe war ... tja - da hat mich der Garten umerzogen. 
Im Juli mag ich mittlerweile gelb! 
Die Steppenkerzen sind auch nicht die einzigen gelben geblieben - Nachtkerzen, Currykraut (Helichrysum italicum Silbernadel) und Heiligenkraut (Santolina)  haben sich klammheimlich, aber unübersehbar dazu gesellt.
Das silbrige Laub der letzteren mildert die gelben Farben für meine Augen sehr angenehm.

Gräser und weisse Blüten von Mohn und Salbei beruhigen die Pflanzung farblich wieder, blauer Lavendel, violette Salbei und Katzenminzen bilden den Hofstaat.



Immer noch lugen ein paar vorwitzige Blüten vom wilden Mohn mit ins Bild. 
Manchmal darf unser Garten ein bisschen wild sein. 
Das verbreitet Summerfeeling und macht gute Laune!




Herzliche Grüße Eure

Renate Waas
aus dem Geniesser-Garten






Autor und Copyright auf alle Bilder und Text: Dipl.Ing.FH Renate Waas, Landschaftsarchitektin. Gartenplanung - Gartendesign - Gartengestaltung München

.

Freitag, 3. Juli 2020

Garten Genießen im Sommer




Genießergarten im Sommer - relaxen und naschen


Kalt und regnerisch zeigte sich der Garten oft im Juni.
Das hat Vor- und Nachteile. Der viele Regen hat für üppiges Wachstum gesorgt. Leider auch bei den Schnecken.
Die Staudenbeete musste ich seit langem zum ersten Mal zurück schneiden (s. letzter Beitrag Chelsea Chop). Das ist normal nicht nötig, da sie ja nicht gegossen werden und dadurch die Stauden und Gräser von allein standfest und kompakt bleiben. Doch dieses Jahr ist alles anders. 
Die Sorge, dass die Pflanzen dann bei Trockenheit nicht die ganze Blattmasse versorgen können, war mit ein Grund für den Schnitt. Denn ich werde auch diesen Sommer nicht zusätzlich gießen.
Ich denke mit den Schnitt haben die Pflanzen eine gute Überlebens-Chance.


Erste Tomaten


Die ersten Tomaten Anfang Juli (für mich ist das sogar recht spät)!
Lecker wie immer die Sorte Ruthje.

Aber auch die ersten Fleischtomaten sind schon reif. Das Bild zeigt eine unbekannt Sorte, die ich geschenkt bekommen habe mit dem inoffiziellen Namen "Nachbar´s Dunkle".

Sie schmeckt lecker und ist gut für Saucen. Ich denke, da ist die Russische Schwarze mit drin. Jedenfalls ist es jedesmal spannend, was da wächst, denn die Samen sind natürlich nicht sortenrein.



Kräuter selbst vermehren - Ansaat und Stecklinge



Dieses Jahr habe ich von Thymian, Lavendel und Santolina (Heiligenkraut) den Rückschnitt vom letzten Monat zur Vermehrung genutzt.
Lavendel und Santolina haben schon gut bewurzelt. 

Thymian war nicht so erfolgreich. Den säe ich jetzt aus.

Basilikum brauchen wir jede Menge, da der Mann gern Pizza backt!
So säe ich regelmäßig so alle 4 Wochen aus.




Thai-Basilikum säe ich allerdings wegen der Blüten aus. 

Die sind bei allen Insekten sehr, sehr beliebt und ich finde die Pflanzen einfach super schön. Mit der Aussaat von Orlaya war ich ein wenig spät dran - aber ich denke, sie wird noch blühen. Ich liebe diese fluffigen Doldenblütler (und die Insekten auch).
Cosmea habe ich auch noch mal gesät. Die brauche ich als Schnittblumen.



Naschgarten und Hochbeet



Im Naschgarten gibt es Johannisbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Zuckerschoten, Radieschen, Salate und Rucola zu ernten.
Die Hochbeete habe ich mit Schutznetzen vor Lauchminiermotten und sonstigen potentiellen Mitessern geschützt. Radi mit Made macht einfach keine Freude.
Der Gemüsegarten ist ja nicht zum Anschauen da - sondern zur Produktion von Essbarem - und das ohne Gift oder Chemie.


P.S. seht Ihr wie gesund der Bux überall ist? Keine Zünsler mehr im ganzen Garten! Ohne nix tun - das machen alles die Vögel. Ist das nicht herrlich?


Gemütlicher Sitzplatz im Gemüsegarten


Derzeit nutzen wir am liebsten unseren Sitzplatz unter dem Zwetschgenbaum im Gemüsegarten. Ich glaube, den habe ich noch gar nicht gezeigt.
Ganz hinten wächst echter Wein, dann das Tomatenaus, davor die Frühbeete mit den Erdbeeren. Hmmm.... die waren lecker!
Hinter mir ist das Anlehn-Gewächshaus. Dort sind die Jungpflanzen.

Hier ist auch mein Garten-Arbeitsplatz. 
Hier topfe ich, säe, vermehre, ernte, verarbeiten und hier genießen wir die Ernte dann beim gemütlichen Essen.





Helfer im pflegeleichten Garten

Unsere Zufahrt mit dem befahrbaren Rasen kennen viele von Euch schon.
Damit der so schön ist, muss der Rasen regelmäßig gemäht werden.
Damit das dann noch ein pflegeleichter Garten ist, haben wir unseren Robot.
Wir sind seit vielen, vielen Jahren sehr zufrieden mit ihm. Deshalb bekommt er hier mal eine extra Erwähnung!

Der Helfer des Monats - Rasenroboter: 



Der Robot bekommt 1-2 mal pro Jahr neue Messer. 
Der Rasen wird von uns gedüngt. Mehr braucht es nicht an Aufmerksamkeit. Kein Verticutieren, Aerifizieren oder so. Kein Mähgut zum Abfahren - einfach himmlisch easy. Genießergarten eben.



So - genug aus unserem Garten für heute - jetzt werden die Tomaten verspeist!
Mit Basilikum aus der eigenen Anzucht natürlich.

Alles Liebe, bleibt gesund und herzliche Grüße
Renate Waas
aus dem Geniesser-Garten


Alles zu Gartenplanung Renate Waas: https://www.renate-waas.de





Unsere Rosen William Shakespeare blüht und duftet zum Verlieben!



Ich biete Gartenplanung, Gartenberatung, Hilfe zu Gartengestaltung, Gartendesign, Gartenbau in München und Umgebung oder als Fernplanung.
Dipl.Ing. FH  Renate Waas, Gartenarchitektin


.








Samstag, 6. Juni 2020

Staudenbeet Rueckschnitt - Chelsea Chop




Pflege bei mir Staudenbeet - Rückschnitt einiger Stauden - Chelsea Chop Anfang Juni


Heute ist ein etwas regnerischer, düsterer Tag und damit ein perfekter Tag für den Sommerschnitt der Stauden im Garten.

Der Himmel ist bedeckt - es gibt also keine Verbrennungen und es wird noch regnen. Das hilft den Stauden wieder kräftig durchzurtreiben.
Besser geht es nicht.
Oh - ich könnte anschließend noch düngen. 
Dann wäre es perfekt.
Phosphatlastigen Dünger nehme ich dafür gern z.B: flüssigen Tomatendünger (für meine Iris perfekt).

Ich habe deshalb heute im Staudenbeet geschnitten und dabei ein paar erläuternde Bilder mit dem mobil-phone gemacht.
Ich hoffe, es hilft zur Erklärung. 

Rückschnitt ist je nach Pflanzen verschieden - ich versuche, es mal zu erklären...

3 Varianten beim Schnitt: Rückschnitt bis zum Boden, Rückschnitt von Verblühtem und Chelsea chop


Chelsea chop
Nicht alle Pflanzen eignen sich für den Chelsea Schnitt.
Pflanzen, die spät blühen und aus Seitentrieben neue Triebe bilden wie Pholox, Astern, Fetten Hennen sind besonders gut geeignet.
Möglich ist es auch bei Gaura und Verbenen, sofern sie schon weit genug ausgetrieben haben (ich habe das dieses Jahr gemacht).

Man kann auch nur einen Teil der Triebe einkürzen. Dann blühen ein paar früher (die nicht geschnittenen) und ein paar später. Das ist für mich nicht der Grund zum Schnitt. 
Mir geht es um kompakte Pflanzen, die standfest sind und um Ordnung im Beet.
Ich gehe hier nicht weiter ins Detail zum chelsea Schnitt, weil es enorm viel Info im Netz dazu schon gibt und er für mich eine nicht so wichtige Schnittmaßnahme ist.



Rückschnitt für Standfestigkeit
Mir geht es beim Schnitt mehr um die Standfestigkeit. 
Kleinere, kompaktere Pflanzen fallen einfach nicht bei Regen um.
Das finde ich ist den Aufwand wert.
Dies ist bei Astern und Euphorbia ssp. niciciana z.B. der Fall.

Bei Euphorbia ssp. niciciana sollte der Rückschnitt möglichst früh im Mai deutlich vor der Blüte erfolgen.
Wenn die Blüte beginnt natürlich nicht mehr schneiden. 
Dann erfolgt der Rückschnitt nach der Blüte.



Rückschnitt nach der Blüte 
ist etwas anderes als Chelsea chop - aber eine wichtige Pflegemaßnahme im Staudenbeet.

Jetzt kann man das bei
Euphorbia polychroma gut machen - s. unten. 
Die Euphorbia bildet ein kompaktes Kissen - blüht aber nicht nach.

Immer nach der Blüte. 
Später dann auch
Lavendel, Salbei, Thymian, Bohnenkraut kräftig zurück schneiden.

Katzenminze:  kann mit Rückschnitt das ganze Jahr am Blühen gehalten werden. Dazu schneide ich immer die verblühenden Triebe ganz unten ab. So im Vorbeigehen. Man kann auch 1/3 ganz unten abschneiden.

Verblühtes abschneiden

Bei früh blühenden Pflanzen wie Iris, Rosen, Pfingstrosen schneide ich Verblühtes ab.
Auch die verblühten Zierlauch schneide ich - da gibt es aber verschiedene Meinungen dazu. Ich persönlich mag die braunen Kugeln nicht im Beet. Versamen sollen sie auch nicht. Ich mag kräftige Kugeln und da ist Rückschnitt besser (Kraft geht in die Zwiebel statt in Samenbildung).
Verblühtes abschneiden ist überwiegend eine optische Sache. 
Sieht einfach ordentlicher aus.
Ich finde aber auch, es trägt zur Hygiene im Beet bei.

Ausnahme:
Spät blühende Pflanzen wie z.B. Astern oder Fette Hennen können schöne Samenstände bilden, die dann im Winter schön aussehen.
Die dann natürlich nicht schneiden.



Nach der Blüte knapp über dem Boden abschneiden

bei folgenden Stauden ist Rückschnitt nach Blüte bis zum Boden sinnvoll:
Salvia nemorosa - hier lohnt es sich für eine 2. Blüte
Frauenmantel - treibt schön durch und man hat attraktive Blätter.
Rittersporn (habe ich aber nicht)

Kompliziert? 
Ja.



Deshalb hier monatlich meine Pflegemaßnahme zum Mitmachen :-)


Hier meine Pflegemaßnahmen von Anfang Juni im sonnigen Staudenbeet


Euphorbia polychroma - Wolfsmilch habe ich um ca. 1/2 gekürzt.





Euphorbia seguieriana ssp. niciciana 
das ist die mit den nadelartigen Blättern (s. Bild) habe ich schon vor einigen Tagen geschnitten - wäre jetzt auch noch möglich SOFERN SIE NICHT ZU BLÜHEN BEGINNT.
Sollte sie schon Blütenknospen haben - dann einfach nach der Blüte schneiden.




Auch die Astern daneben habe ich teilweise gekürzt (stehen besser, blühen versetzt und damit länger).
Ich mache das nicht so akkurat direkt über der Blattachsel ...
... also nicht perfekt.
Ich fasse alle Triebe zusammen und schneide sie ab. 
Wie bei ein Pferdeschwanz ganz oben am Kopf. Sie fallen dann sehr schön halbkugelig auseinander. 
Für die Perfektionisten unter Euch: nachschneiden - und zwar direkt über der Blattachsel. 


Vor dem Schnitt:



nach dem Schnitt:



Nepeta die unteren Triebe entfernen ca. 1/3 aller Blütentriebe, die grad am Verblühen sind.
Nepeta im Vordergrund rechts nach dem Schnitt. Im hinteren Teil der Pflanze sieht man weniger Blüten - die habe ich weg geschnitten. Dort bilden sich neue Triebe, die dann wieder lange blühen.


Wenn man das regelmäßig macht, bleibt sie kompakt und blüht durch bis zum Herbst.


Bei der Gelegenheit habe ich auch die gelben Blätter der eingezogenen Crocus entfernt und ein paar vergilbte Blätter vom Zierlauch geschnitten. Da ist aber noch gut was zu tun.


Vorher - nachher Rückschnitt im Staudenbeet (vor allem Euphorbien) von der anderen Seite:






Am Ende sieht man kaum Schnitt und doch ist es wieder ordentlicher und luftiger.
Vor allem die Bartiris brauchen jetzt nach der Blüte Luft und Licht, damit die Knollen nicht faulen.
Düngen der Bartiris wäre hier jetzt auch perfekt s.o. (ideal ist phosphatlastiger Dünger wie z.B. Tomatendünger).


Die Euphorbien fallen durch diesen Schnitt im Sommer und Herbst nicht um. Dadurch können Sie auch über den Winter lange stehen bleiben.
Lohnt sich also.



Ich unterscheide also in 3 verschiedene Schnitt-Varianten:


Chelsea Chop:

Den wende ich bei spät blühenden Stauden an, die hoch werden und dadurch manchmal auseinanderfallen. Dadurch wirkt das Beet kompakter und ordentlich.
Durch den Schnitt werden sie standfester und bleiben niedriger.
Ich habe bei mir geschnitten: Herbst-Astern, Fette Hennen - Sedum, spät blühende Euphorbien  

Verblühtes stark zurück schneiden:

Früh blühende Euphorbien - Wolfsmilch, verblühte Kräuter wie Thymian, Bohnenkraut, fast verblühte Katzenminzen - Nepeta, 


Verblühtes abschneiden:

frühe Pfingstrosen, Zierlauch
Als nächstes kommen nach der Blüte Lavendel, Currykraut, Bohnenkraut und Kräuter - auch im Pflanztrog.

Bei allen Christrosen habe ich jetzt die Samenstände und übrigen Blütenstände entfernt.

Heute wäre auch ein guter Tag zum Bux schneiden.
Aber das werde ich wohl nicht tun, denn die Vögel holen sich den Zünsler für ihre Jungen und da will ich sie nicht dabei stören.



Ergebnis: ein schönes Blumenbeet und ein Blumenstrauss 

Schnittgut passte gut zu den Pfingstrosen, die mir der Regen zu Boden gedrückt hat und die ich deshalb für die Vase geschnitten habe:






















Schnittmaßnahmen Mitte Juni

erste verblühte Rosen zurück geschnitten
verblühten Zierlauch bodentief abgeschnitten
Echten Wein - zu lange Triebe entfernt





Einen schönen Sommer und 
viele Grüße

Renate Waas
Gartenplanung München

www.renate-waas.de








Gartenplanung - Gartengestaltung - Gartenberatung 

Dipl.Ing. FH Landespflege Renate Waas, Gartenarchitektin 



.