Donnerstag, 17. Januar 2019

Gartentips - Nützlinge im Garten

Biologischer Pflanzenschutz mit Vögeln, Marienkäfer und sonstigen Helfern im Garten

Biologischer Pflanzenschutz


Ab April brüten im Apfelbaum regelmäßig die Meisen. Im Kirschbaum die Spatzen. Die Reviere sind seit Jahren vergeben.
Die Eltern füttern fleißig Insekten an ihre Jungen. Ein ständiges Kommen und Gehen und jedes mal ist der Schnabel voller Läuse, Maden und Insekten. Würden wir irgendein Spritzmittel im Garten verwenden, hätte ich Sorge, dass es den Jungen der Meisen schadet.



Biologischer Pflanzenschutz mit Vögeln, Marienkäfer und sonstigen Helfern im Garten








Auch die sogenannten sanften oder biologischen Spritzmittel gegen Schädlinge verwende ich nicht. Es ist auch nicht nötig - die Meisen arbeiten unermüdlich und nehmen mir die Arbeit ab.
Mittlerweile füttern sie auch die Raupen des Buxbaum-Zünslers - dafür bin ich wirklich dankbar!


Blattlaus

Blattläuse sind bei Vögeln und Marienkäfern äußerst beliebt. 
Da ich seit Jahren nichts gegen Läuse unternehme, haben wir eine gute Population von Marienkäfern. Das ist sehr wichtig!
Sie überwintern lebendig und warten im Frühjahr bereits auf die ersten Läuse, die sie dann sofort verspeisen. 
So können sich die Läuse gar nicht erst vermehren und unangenehm werden. Ein paar Ameisen versuchen noch, sich Läuse zu halten. Aber auch trotz Ameisen kommen die Marienkäfer und holen sich die Läuse.
Das ist vor allem seit Einführung der chinesischen Marienkäfer so geworden - die sind weit aggressiver als unsere heimischen Marienkäfer. Ob es eine gute Idee war, diese fremden Marienkäfer einzuführen steht auf einem anderen Blatt - aber jetzt sind sie nunmal da und jagen Läuse.

Also - für eine gute Population an Marienkäfern sorgen - dann haben die Läuse keine Chance.

Alles was man gegen Läuse unternimmt, tötet auch die Jungtiere der Marienkäfer. Deshalb besser nichts unternehmen.



Biologischer Pflanzenschutz mit Vögeln, Marienkäfer und sonstigen Helfern im Garten
Die Kunst ist wirklich NICHTS gegen Blattläuse zu unternehmen
 - keine Seifenlauge, kein scharfer Wasserstrahl, kein Abstreifen - denn immer werden auch die Larven der Marienkäfer getötet. 
Das ist nicht sinnvoll. 

Wenn man wirklich nichts tut, können die ersten Jahre noch Läuse auftauchen, aber nicht lange. Bald räumen die Marienkäfer auf. Die Marienkäfer werden immer mehr - die Läuse immer weniger. 
Seit 10 Jahren praktiziere ich es jetzt so. Bei mir war bereits ab dem 2. Jahr kaum mehr eine Laus im Garten zu entdecken. Das ist doch wirklich pflegeleicht - oder?


Ich finde daher, NICHTS TUN und die Nützlinge ihre Arbeit machen lassen ist bei Blattläusen die einzig wahre Lösung im Garten. 



Raupen an Rosen und Gehölzen
Raupen werden von Vögeln gern zur Aufzucht der Jungen gesammelt. 
Also bitte nicht spritzen! 
Wenn es ganz schlimm ist, die Raupen absammeln. 
Zusammengeklebte Blätter aber vorher genau ansehen, ob es wirklich Raupen sind oder ob das Blatt sich erst entfaltet.

Sollte ein Pflanze mehrere Jahre heftig von Raupen heimgesucht werden, pflanze ich erstmal an einen anderen, hoffentlich geeigneteren  Standort um. Wenn das auch nichts nützt, entferne ich die Pflanze aus dem Garten. 
Das muss jeder für sich entscheiden - mir sind die Vögel und unser Biogemüse wichtig und deshalb verzichte ich lieber auf manche Pflanzen als Gift zu verwenden.
Gehölze, die jedes Jahr von Raupen überfallen werden wie z.B. der Schneeball (vor allem Viburnum opulus) pflanze ich gar nicht erst in meinen Garten.
Auf den Bux möchte ich aber nicht verzichten müssen und hoffe sehr auf die Mithilfe der gefiederten Freunde. 


Es gibt in unserem Garten sehr wenig Krankheiten. 
Wir kümmern uns um gesunde Erde, biologische Düngung (und nicht zu viel Dünger) und um ein Gleichgewicht. 
Auch einen Garten kann man überfordern.
Es geht bei uns nun schon seit sehr vielen Jahren wunderbar ohne Gift.




Herzliche Grüße von
Renate
aus dem Geniesser-Garten





www.renate-waas.de


Biologischer Pflanzenschutz mit Vögeln, Marienkäfer und sonstigen Helfern im Garten


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Kommentare:

Miuh hat gesagt…

Liebe Renate, das ist ein wunderbarer und super schön bebilderter Bericht!
Es gibt sogar Firmen, wo man sich Marienkäfer - Aufzuchtssets kaufen kann.
Auch bei uns futtern die Meisen extrem viele Insekten weg, auch jetzt noch sind sie fleissig und ziehen das herumpicken und nach Insekten suchen dem Vogelfutter vor.
Irgendwo Gift zu spritzen oder zu streuen käme mir wirklich nicht in den Sinn! Manchchmal frage ich mich "wer macht denn so etwas überhaupt?" Manchmal erschrecke ich aber auch wider darüber, wie viele Leute das immer noch "normal" finden.
Hoffentlich werden wir immer mehr!
Liebe Grüsse, Miuh

Achim Wenk hat gesagt…

Hallo Renate,
gaaaaanz meine Meinung. Es ist jedes Frühjahr so ein faszinierendes Schauspiel: Alle Rosen voller Läuse und die Clematis und jungen Apfelbäume etc. Gleichzeitig ist ein reges und sehr reges Wuseln im Garten. Man baut Nester überall und dann zilpt es da überall raus und.... weg sind die Läuse.Das ist echt cool finde ich. Und zu der Zeit klagen andere auch immer über die Läuse und was ich da mache und ob ich welche habe. Ich sage dann immer klar, massig Läuse habe ich und Meisen und Spatzen (die ich jetzt im Winter fleißig füttere). Wenn es doch nur auch solche Vernichter für weiße Fliege am Kohl gäbe oder für Erdflöhe....
Wenn man mit der Natur lebt, statt dauernd gegen sie zu kämpfen kann man sich wirklich viel unnötige Arbeit im Garten sparen.

Liebe Grüße und auf viele Läuse im Frühjahr, der Achim

Pascale Treichler hat gesagt…

Hoi Renate
Das machen wir fast auch so.
Ich spritze mit Ackerschachtelhalm oder Brennesseln.
Letztes Jahr habe ich erstmals Homöopathie ausprobiert, was zum Teil auch geklappt hat.
Sonst müssen die Nützlinge ran.
Hebs guet ����

Anne hat gesagt…

Hallo Renate,

wie schön, dass eure Bäume als fester Brutplatz vergeben sind. :)

Bei den Blattläusen und Raupen gebe ich dir recht. Allerdings hatte ich im allerersten Gartenjahr an einem gerade erst gepflanzten jungen Apfelbaum einen so massiven Blattlausbefall, dass ich dann doch zu Rapsöl gegriffen habe... sonst wäre mir der ganze Baum eingegangen (da die Blätter durch die Absonderungen ja verkleben und die Poren verstopfen). Mittlerweile haben sich bei uns aber auch deutlich mehr Marienkäfer und andere Insekten eingefunden, sodass sich die Natur von selbst die Waage hält.

Im Gemüsegarten sammle ich die Raupen ab und trage sie ans andere Ende des Grundstücks, wo ich ein paar "Opfer-Pflanzen" (jeweils ein Duplikat des ursprünglichen Zuhauses, also bspw. Kohlrabi oder Rotkohl) gesetzt habe. Da darf die Party dann weitergehen.

Ah... hoffentlich dauert es nicht mehr ganz so lange bis zur nächsten Gartensaison!


Liebe Grüße
Anne

Elke Schwarzer hat gesagt…

Hallo Renate,
dein Meisenkasten sieht richtig rustikal und schön aus, vor allem in Mitten der Blüten.
Ich erinnere mich noch an Diskussionen in diversen Gartenforen, wo viele nicht glauben wollten, dass die Meisen Blattläuse absammeln. Ich jedenfalls habe es schon mehrfach gesehen, Zilpzalpe machen das auch. Gift braucht wirklich keiner.
VG
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

Guten Morgen Renate,
im Frühjahr ok, da handhabe ich es auch so. Aber was unternehme ich denn, wenn meine Hellebori an diversen Stellen in den Töpfen im Garten jetzt schon unter Läusen so sehr leiden, dass ihre Blüten verkümmern?
Gut, jetzt hat die Natur ja auch bei uns zum Glück den Winter vorbei geschickt. Aber ich habe sehr oft das Problem, dass unser Winter ungewöhnlich warm ist, und die Marienkäfer erst ab Februar/März wieder aus den Beeten hervor krabbeln …
LG Silke

Renate Waas hat gesagt…

Hallo liebe Silke,

evtl. mögen die Helleborus den Platz nicht, oder sie bekommen zu viel Stickstoff (z.B. Hunde pinkeln in der Hände oder Stickstoff wird eingeschwemmt, oder zu viel Dünger .... oder ).... oder sie stehen zu feucht? Oder .... manchmal ist es schwierig.
Bei uns hatten Helleborus noch nie Läuse.
Oft ist es der Standort, der die Pflanzen schwächt und dann kommen die Schädlinge.
Liebe Grüße von Renate

SchneiderHein hat gesagt…

Guten Morgen Renate,
ja, eventuell hast Du recht, dass die Erde zu feucht war. Eine verlauste habe ich vor dem Frost noch in einen größeren Topf verfrachtet, da kam mir die Erde auch ziemlich feucht vor. Aber es stimmt schon, da kann es viele Faktoren geben, dass sich die Blattlaus-Kolonie zu dieser Jahreszeit ausgerechnet die Hellebori in Töpfen am Haus ausgesucht hat. Früher hatte ich das Problem schon einmal an einer H. niger, die mir mitten im Winter geschenkt wurde und mit dem Topf in den Garten kam. Die brachte dann auch gleich noch Nacktschneckenkinder mit ;-(

Es wird halt Zeit, dass meine kleine Hellebori-Sammlung nach jahrelangem Topfdasein endlich in den Lenzrosenweg kommt! Allerdings habe ich es auch schon häufiger erlebt, dass mir z.B. die H foetidus, die sich selbst irgendwo hingesamt hatten plötzlich im Sommer so stark - an ganz unterschiedlichen Standorten - verlausten, dass sie mir vor der Saatbildung eingingen. Da gab es warum auch immer anscheinend keine kleinen Helferlein. Aber ich hatte ja auch einige Jahre bei uns die Marienkäfer vermisst. Vielleicht war ihnen unser Garten damals zu schattig. Es ist wirklich spannend, wie alles mit allem zusammenhängt. Nur das herauszufinden …
LG Silke

Sara von Buelsdorf hat gesagt…

Einen Nistkasten haben wir letztes Jahr auch endlich aufgehängt. Bin ja gespannt, ob er angenommen wird. Er hängt in der hohen Weide. Ein anderer passender Platz war leider nicht vorhanden. Bei uns nisten Meisen auch unter dem Dachüberhang.

Jedes Jahr beobachte ich, wie zuerst Blattläuse aufkommen und wenig später sind alle weg ... das ist die Zeit, wenn die Marienkäferlarven erscheinen. Nur letztes Jahr ließen sich die Marienkäfer extrem spät blicken. Hing alles mit der großen früh im Jahr einsetzenden Hitze zusammen.

Genauso, wie Du es hier schreibst, liebe Renate, habe ich es schon immer gemacht. Für mich reguliert sich alles von selbst - in der Natur - wenn man es aushalten kann, dass es eine Weile einmal nicht so "ordentlich" ist. Ich kann es nur bestätigen, dass die Marienkäfer mehr werden und den Läusen den Garaus machen. Seit 6 Jahren beobachte ich das im jetzigen Garten und wir hatten auch in den anderen Gärten immer Marienkäfer, weil wir nie Gifte eingesetzt haben. Auch die biologischen nicht. Der Mensch agiert meist aus Angst, es könnte etwas passieren ... auch was seine eigene Gesundheit betrifft. Aber Angst ist leider oft kein guter Ratgeber!

Manche Raupen können schon lästig sein und einen schier zur Verzweiflung treiben, wie die der Stachelbeerblattwespe

https://mein-waldgarten.blogspot.com/2018/07/wer-schmetterlinge-will-mu-raupenfra-in.html

Die habe ich abgesammelt, so gut es ging und weit fortgebracht. ;-)

Den Schneeball habe ich ja nun im Garten, noch waren keine Raupen daran. Bin ja gespannt, wie es weitergeht. Wenn er zuviel Ärger machen würde, müsste er ebenfalls weichen. Ich hoffe jedoch nicht, da ich den Schneeball sehr gerne mag.

Weißt Du zu fällig etwas über den Trompetenbaum in Bezug auf Mückenschutz? Ich überlege, einen solchen Baum zu pflanzen, wenn das denn den Tatsachen entspräche ...

Liebe Grüße
Sara

Sara von Buelsdorf hat gesagt…

@ Silke
Blattläuse an Christ- oder Lenzrosen hatte ich noch nie. Da bin ich jetzt echt erstaunt! Obwohl ein Teil meiner Pflanzen an einer normalerweise eher feuchten Stelle steht! Dennoch gedeihen sie dort ganz prächtig. Bei unseren Boden läuft das Wasser nur extrem schwer ab. Wenn es häufiger/länger regnet, kann es kritisch werden. Bislang jedoch ist nichts Nennenswertes passiert, bis auf diese Schwarzflecken in Jahren, in denen es mehr regnete ...

Liebe Grüße
Sara