Freitag, 10. Juni 2016

Pfingstrosen - Pflanzenportrait



Pfingstrosen - Pflanzen für einen pflegeleichten Garten



Paeonien oder Pfingstrosen sind ideal für einen pflegeleichten Garten.

Wobei man durchaus zwischen Strauchpäonien und Staudenpäonien unterscheiden muss.
Dann gibt es auch noch die Wildarten - zauberhafte kleine Geschöpfe! Ich kenne sie von Wanderungen auf den Monte Baldo am Garda-See. Ein Erlebnis! Elke hat sie auch im Garten (s. ihr Beitrag über Pfingstrosen - Link ganz unten).





Strauchpfingstrosen - Päonia suffruticosa in unserem Garten




Diese dunkel-weinrote Sorte war längere Zeit im Kiesbeet. Siehe auch Bild unten mit den weissen Tulpen.

Sie hat bisher jeden Umzug und jeden Standort ohne Probleme mitgemacht. Die hellrosa 







Strauchpäonien haben oft wunderschöne Knospen. Da macht sogar das Warten auf die Blüte schon Freude! 


Strauchpfingstrosen sind Gehölze. 

Man sollte sie so wenig wie möglich schneiden. Die Blütenknospe sitzt am Ende des verholzten Triebes und beim Schnitt würde man immer die Blüte entfernen. 
Also im Frühling warten, bis sie austreibt und immer nur erfrorene Zweige entfernen.

Bei uns hat sie ein geschütztes Plätzchen in der Sonne.

Ansonsten ist sie pflegeleicht und langelebig.




Staudenpfingstrosen 




Diese weisse Pfingstrose ist eine extrem frühe Sorte. Nur leider wissen wir nicht genau welche.


Sie ist recht hoch - also ca. 80 cm, robust und kräftig. Gut standfest. Sie blüht lange und mit sehr großen Schalen. 
Die gelben Staubgefäße heben sich leuchtend von den weissen Blütenblättern ab.
Dazu hat sie noch einen auffallend roten Stempel.

Krinkled White könnte es sein - aber sie blüht angeblich viel später.

Die Blüten sind groß, aber nicht direkt gekräuselt.
Jan van Leeuwen ist es aber wohl auch nicht - vor allem blüht auch die viel später.
White Wings ist auch in der Diskussion. 
Also - falls jemand den Namen kennt - ich freue mich sehr!

Auch die nächste Pfingstrose ist nicht sicher bekannt.

Auch sie hat schalenförmige Blüten.





Wir denken, es ist Scarlet O´Hara. Der Name allein ist schon wunderschön!

Ich liebe die einfachen, schalenförmigen Blüten. Ich brauche diese Pfingstrosen nicht stützen - sie stehen von alleine.

Sie bieten vielen Insekten Nahrung.
Also pflegeleicht und nützlich.
Bei Regen verklumpen sie nicht zu unansehnlichen braunen Bällen - was gerade in diesem verregneten Frühling sehr von Vorteil war.







Bei einigen Pfingstrosen ist schon der Austrieb wunderschön.








Pfingstrosen und ihre Partner

Pfingstrose kombiniere ich gerne mit anderen eher trockenheitsliebenden Stauden wie Iris, aber auch klassisch mit blauem Storchenschnabel an frischeren Standorten.



Mit etwas Glück blühen die Strauchpfingstrosen zusammen mit den späten Tulpen (hier T. White Triumphator).

Im Vordergrund Euphorbia-Blüten.




Staudenpfingstrosen blühen gemeinsam mit Zierlauch.

Hier: Päonie lactiflora "Friesenblut" mit Allium "Globemaster"

Das passt auch vom Standort sehr gut.







Schön sind sie auch mit Iris - hier unsere weisse Pfingstrose mit Iris pallida, meiner Lieblings-Iris.
Aber auch Züchtungen sehen sehr gut dazu aus.






Partner und Kombinationen bei uns im Garten

- für normal feuchte Standorte und Bauerngarten
Alchemilla mollis - Frauenmantel
Geranium x magnificum - Storchenschnabel

- für eher trockene Standorte
Papaver - Mohn
Iris
Späte Tulpen
Euphorbia - Wolfmilch
Allium - Zierlauch




Standort und Pflege von Pfingstrosen

"Pfingstrosen soll man nicht verpflanzen - sie blühen sonst nicht " - richtig oder falsch?
Beides - wenn man sie zu tief pflanzt, blühen sie nicht. Also lieber sehr flach pflanzen und die Triebe ggf. etwas stützen.  Dann blühen sie meist auch im nächsten, spätestens übernächsten Jahr. Pflanzt man sie zu tief, kann es Jahre dauern, bis sie wieder Büten ansetzen.

Aber - man muss sie auch nicht so oft aufnehmen, wie manche andere Stauden. Sie bleiben gern lange an ihrem Platz stehen und werden von Jahr zu Jahr schöner.

Gut düngen! 
Pfingstrosen brauchen im Frühling beim Austrieb viel Kraft, damit sie tolle Blüten bringen. Aber nicht dick mit Kompost mulchen - dann faulen sie.
Ich bevorzuge organischen Dünger z.B. Engelhardts (--> Internet - gibt es jetzt pelletiert!)
Nach der Blüte schneide ich sie gleich ein wenig zurück (ein paar Blätter tiefer als nötig wäre, um den Fruchtansatz zu entfernen). 

Teilung im Herbst - wenn´s denn sein muss. Nach 15 Jahren - oder noch später.

Pfingstrosen sind giftig!


Standort: sonnig, nährstoffreich, locker, mäßig trocken - sie sind meiner Erfahrung nach dann standfester. Meist muss man jedoch stützen.
Ich gebe bei mir etwas groben Sand und Lavagranulat ins Pflanzloch. So muss ich nur die ganz hohen Sorten etwas stützen. Scheint ihnen sehr gut zu bekommen.

Pfingstrosen gehören zu den Easy-gardening-Pflanzen. Sie gedeihen und blühen bei uns sogar im Schatten vom Apfelbaum. Wobei sie ganz sicher gern mehr Sonne hätten.




Dieser Beitrag nimmt Teil an der Bloggerrunde "Lieblingspfingstrose", siehe auch den ersten Beitrag: 
Wiesenknopfschreibselei: Bloggerrunde Lieblingspfingstrose: Paeonia Mlokosewitchii
der letzte Beitrag kam von 
Elke (Günstig gärtnern) und Ihrer Staudenpfingstrose Paeonia delavayi  (http://guenstiggaertnern.blogspot.de)
Als nächstes gibt es dann in ca. 1 Woche einen Beitrag von
Heike von Gartenengel http://gartenengel.blogspot.ch/2016/06/lieblingspfingstrose.html
zum Thema Pfingstrosen
und last but not least - von  Carmen aus dem Schweizergarten!
Ich freue mich schon drauf!





Ich hoffe, ich habe Euch nicht "erschlagen" mit all den Bildern und Info´s über Pfingstrosen?
Oder habt Ihr Lust auf mehr davon im Garten bekommen?
Sie sind ja wirklich dankbare, langlebige Pflanzen für einen pflegeleichten Garten ...


.... und sie duften!



Viele Grüße von 

Renate 
aus dem Geniesser-Garten








Autor und copyright: Dipl.Ing.FH Renate Waas, Landschaftsarchitekt München

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